Priapismus – wenn die Erektion zur Qual wird

Erektionen können nur bei einem normalen Blutfluss stattfinden. Normalerweise, wenn ein Mann erregt wird, entspannen sich die Arterien in seinem Becken und Penis und dehnen sich aus. Hierdurch gelangt mehr Blut in die schwammigen Gewebe im Penis. Gleichzeitig schließen sich die Venenklappen, die das Blut in der Umgebung anstauen und anschließend eine Erektion verursachen. Nach dem Ende der Erregung öffnen sich die Venenklappen, das Blut fließt heraus und der Penis kehrt in seinen gewohnten Zustand zurück.

Ein nicht normaler Blutfluss, kann Priapismus verursachen. Dies ist eine Erektion, die länger als 4 Stunden dauert und das ohne sexuelle Erregung. Meist geht diese Art der Erektion mit Schmerzen einher und ist alles andere als angenehm. Priapismus kann bei Männern jeden Alters auftreten, auch schon bei Neugeborenen.

Arten von Priapismus

Low Flow

Low-Flow oder ischämischer Priapismus tritt auf, wenn Blut in den Erektionskammern eingeschlossen wird. Meistens gibt es keine eindeutige Ursache, aber es kann Männer mit Sichelzellenkrankheit, Leukämie oder Malaria betreffen. Wenn Sie nicht sofort behandelt werden, kann es zu Narbenbildung und dauerhafter Erektionsstörung kommen. Dies gilt es natürlich zu vermeiden, bei den ersten Anzeichen, ist deshalb möglichst schnell ein Arzt aufzusuchen.

High Flow

High-Flow oder nicht-ischämischer Priapismus kommt seltener als Low-Flow vor und ist in der Regel weniger schmerzhaft. Zu einem High-Flow kommt es oft, wenn eine Verletzung des Penis oder im Bereich zwischen Hodensack und Anus, eine Arterie zerreißt, welche verhindert, dass sich das Blut im Penis normal zirkuliert.

Was verursacht Priapismus?

Sichelzellenanämie: Wissenschaftler denken, dass etwa 42% der Männer mit der Sichelzellen-Krankheit irgendwann Priapismus bekommen werden.

Medikamente: Viele Männer erkranken an Priapismus, wenn sie bestimmte Arten von Medikamenten verwenden oder missbrauchen. Drogen, die Priapismus verursachen können, sind z.B. Trazodon HCL oder auch Chlorpromazin. Diese werden oft bei psychische Erkrankungen eingesetzt. Selbst Medikamente, welche gegen erektile Dysfunktion helfen, können Priapismus hervorrufen.

Weitere Ursachen können sein:

  • Verletzung des Rückenmarks oder des Genitalbereichs
  • Spinnenbisse oder Skorpionstiche
  • Kohlenmonoxidvergiftung
  • Drogenkonsum

Es ist selten, aber Priapismus kann aufgrund von Krebserkrankungen auftreten, die den Penis betreffen und verhindern, dass  das Blut richtig fließt.

Priapismus diagnostizieren

Wenn Sie bedenken haben und denken, dass Sie unter Priapismus leiden, sollten Sie schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen. Folgende Fragen sind dabei wichtig:

  • Wie lange haben Sie die Erektion schon?
  • Wie lange dauern Ihre Erektionen normalerweise?
  • Irgendwelche Drogen, legale oder illegale, die Sie benutzt haben.

Behandlung

Das Ziel jeder Behandlung der Erkrankung ist es, die Erektion verschwinden zu lassen und ED zu verhindern. Zu den Optionen gehören

  • Eispackungen: Sie können die Schwellung des High-Flow-Priapismus senken.
  • Blut aus dem betroffenen Bereich entnehmen: Nachdem Ihr Arzt Ihren Penis betäubt hat, wird mit Hilfe einer Nadel Blut abgenommen, um die Schwellung zu lindern.
  • Medikamente: Für Low-Flow-Priapismus, kann Ihr Arzt Medikamente, wie z.B. Alpha-Agonisten in Ihren Penis injizieren. Sie verengen die Blutgefäße, bringen weniger Blut in den Bereich und lindern die Schwellung. Anstatt der Injektion, können die Medikamente auch in Pillenform eingenommen werden.
  • Die Arterie abbinden: Wenn eine gerissene Arterie den Priapismus verursacht, führt ein Arzt eine Operation durch, die als chirurgische Ligatur bezeichnet wird. Dies gilt auch für den High-Flow-Priapismus.
  • Chirurgischer Shunt: Dies ist ein Durchgang, den ein Chirurg im Penis schafft, damit das Blut abfließen kann. Das Verfahren ist am besten für Low-Flow-Priapismus geeignet, erhöht aber das Risiko für eine erektile Dysfunktion.

Aussicht auf Erholung

Die meisten Menschen erholen sich vollständig, wenn sie schnell behandelt werden. Aber je länger Sie ohne ärztliche Hilfe auskommen, desto größer ist das Risiko, dass Sie dauerhafte Probleme haben, Erektionen zu bekommen und zu halten.

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